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guss|asphalt  
Technische Informationen  
Straßen, Wege, Plätze  
|
DIE DEUTSCHE  
BAUINDUSTRIE  
Informationen über Gussasphalt  
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Der Asphalttaschenkalender bietet in jährlicher Neufassung auf mehr als 150 Seiten wertvolle Informationen über  
die Anwendung und Eigenschaften von Asphalt, Bitumenwerkstoffen und insbesondere Gussasphalt. Er kann gegen  
eine Schutzgebühr bei der Beratungsstelle für Gussasphaltanwendung e. V. bezogen werden.  
Informationen über Gußasphalt ISSN 0172-3138  
herausgegeben  
von der Beratungsstelle für Gussasphaltanwendung e.V.  
von in puncto druck + medien gmbh, Bonn  
hergestellt  
zu beziehen  
von der Beratungsstelle für Gussasphaltanwendung e.V.  
Dottendorfer Str. 86, 53129 Bonn  
Telefon 02 28/23 98 99, Fax 02 28/23 93 99  
© Alle Rechte vorbehalten  
Mai 2009  
Straßen, Wege, Plätze  
43  
Technische Information über Gussasphalt  
Straßen, Wege, Plätze  
Inhalt  
1
2
Allgemeines  
3
3
Baustoffe und Baustoffgemische  
2.1 Gesteinskörnungen  
3
2.2 Bindemittel  
3
2.3 Gussasphalt  
3
3
4
5
6
Eigenschaften von Gussasphaltdeckschichten  
Regelwerke  
5
6
Planungsgrundsätze für den Aufbau des Oberbaus  
Anwendung  
6
7
6.1 Allgemeines  
7
6.2 Gussasphaltdeckschichten auf Bundesfernstraßen  
6.2.1 Lärmtechnisch optimierte Gussasphaltdeckschichten  
6.3 Gussasphaltdeckschichten auf sonstigen Verkehrsflächen  
6.3.1 Gussasphalt MA 16 S  
7
7
7
7
6.4 Instandsetzung von Verkehrsflächen  
6.5 Gussasphalt auf Flächen des öffentlichen Personennahverkehrs  
6.6 Entwässerungsrinnen aus Gussasphalt  
Gestaltung von Gussasphaltoberflächen  
7.1 Aufrauen und Abstumpfen  
7.2 Farbige Gestaltung  
8
8
8
7
9
9
9
7.2.1 Abstreuung  
9
7.2.2 Farbiger Gussasphalt  
10  
10  
10  
10  
7.2.3 Beschichtung von Gussasphalt  
7.3 Profilierung der Oberfläche  
Hinweise für die Erstellung von Leistungsverzeichnissen  
8
1
43  
viskositätsreduzierenden Zusätzen zur Verringerung  
der Verarbeitungstemperatur, verwendet. Härte und  
Menge des Bitumens haben bestimmenden Einfluss  
auf die Eigenschaften des Gussasphalts. Diese können  
darüber hinaus durch Zusätze, wie z.B. Naturasphalt,  
unterschiedlichen Beanspruchungen spezifisch ange-  
passt werden.  
1 Allgemeines  
Gussasphaltdeckschichten werden seit mehr als 100  
Jahren in Verkehrsflächen eingesetzt.  
Vorteile von Gussasphalt sind:  
„
„
hohe Verformungsbeständigkeit  
hohe Griffigkeit, die auch nach langjähriger  
Nutzung den Anforderungen entspricht  
Bitumen ein nahezu nicht flüchtiges und abdichten-  
des erdölstämmiges Produkt, das auch in Naturas-  
phalt vorkommt und in Toluol vollständig oder nahe-  
zu vollständig löslich ist. Bei Umgebungstemperatur  
ist es hochviskos oder nahezu fest. Es wird bei der  
Destillation geeigneter Erdöle gewonnen und kann  
durch weitere Bearbeitung in unterschiedlichen Ar-  
ten und Sorten hergestellt werden.  
„
„
lange Nutzungsdauer  
umweltfreundliche Wiederverwertbarkeit.  
Neben dem Einsatz als Deckschichten auf hoch bela-  
steten Straßen eignet sich die Gussasphaltbauweise  
auch im Bereich von gering belasteten Verkehrsflä-  
chen (Wege, Plätze) insbesondere wegen der vielfäl-  
tigen optischen Gestaltungsmöglichkeiten:  
Bitumen darf daher nicht mit Teer, einem kohlestäm-  
migen Produkt, verwechselt werden, da es sich hierbei  
um unterschiedliche Stoffgruppen handelt. Teerhalti-  
ge Produkte dürfen in Deutschland nicht als Baustoffe  
im gebundenen Straßenoberbau verwendet werden;  
in Gussasphalt wurden sie noch nie verwendet.  
„
Abstreuen mit groben, farbigen Gesteinskör-  
nungen  
„
„
„
Einfärben  
Beschichten  
Prägen von Mustern.  
Bei Verwendung von Polymerbitumen oder Polymer-  
zusätzen ist es erforderlich, die Verarbeitungsbedin-  
gungen der Bitumenlieferanten zu beachten, um die  
Polymeranteile bei Verarbeitungstemperatur nicht  
zu schädigen.  
Gussasphalt bedarf keiner Verdichtung. Aus diesem  
Grunde ist sein Einbau auch unter schwierigen ört-  
lichen Verhältnissen möglich.  
In dieser Technischen Information werden Gussas-  
phaltdeckschichten behandelt. Ihr Einbau setzt eine  
tragfähige Unterlage voraus. Diese besteht im Re-  
gelfall aus einer Asphaltbinderschicht oder Asphalt-  
tragschicht; auch Betonflächen sind als Unterlage  
geeignet.  
Zur Herstellung eingefärbter Gussasphalte werden  
farblose, pigmentierbare Bindemittel eingesetzt.  
2.3 Gussasphalt  
Gussasphalt ist eine dichte, in heißem Zustand gieß-  
und streichbare Masse aus Grobe Gesteinskörnung,  
Feine Gesteinskörnung, Füller und Bitumen oder Bi-  
tumen und Zusätzen.  
2 Baustoffe und Baustoffgemische  
Das Mineralstoffgemisch ist hohlraumarm zusammen-  
gesetzt. Alle Gesteinskörnungen müssen frost- und  
verwitterungsbeständig sein. Der Bindemittelgehalt  
ist so auf die Hohlräume des Mineralstoffgemisches  
abgestimmt, dass diese in der fertigen Schicht aus-  
gefüllt sind. Bei Verarbeitungstemperatur hingegen  
stellt sich wegen des höheren Temperaturausdeh-  
nungskoeffizienten des Bitumens gegenüber dem der  
Gesteinskörnungen ein geringer Volumenüberschuss  
an Bitumen ein. Dieser ist für die Verarbeitbarkeit  
erforderlich.  
2.1 Gesteinskörnungen  
Die Gesteinskörnungen sind in den „Technischen Lie-  
ferbedingungen für Gesteinskörnungen im Straßen-  
bau“ TL Gestein-StB definiert.  
Im Regelfall werden natürliche Gesteinskörnungen  
verwendet. Es können aber auch geeignete industriell  
hergestellte Gesteinskörnungen eingesetzt werden.  
2.2 Bindemittel  
rdieHerstellungvonGussasphaltwerdenmittelhar-  
te und harte Straßenbaubitumen und polymermodifi-  
zierte Bitumen nach TL Bitumen, gegebenenfalls mit  
Bei der Zusammensetzung des Gussasphalts sind ins-  
besondere zu berücksichtigen und in der Leistungsbe-  
schreibung anzugeben  
3
Informationen über Gussasphalt  
„
„
„
der vorgesehene Verwendungszweck  
klimatische und örtliche Verhältnisse  
Verkehrslasten und Belastungsarten.  
Der erforderliche Bindemittelgehalt wird für das  
ausgewählte Mineralgemisch im Rahmen einer Eig-  
nungsprüfung ermittelt.  
Die Prüfung der Eindringtiefe am Probewürfel wird  
nach DIN 1996-13 Prüfung von Asphalt, Eindringver-  
such mit ebenem Stempel durchgeführt. Nach Einfüh-  
rung der europäischen Prüfnormen für Asphalt wird  
die Prüfung der Eindringtiefe nach DIN EN 12697-20  
durchgeführt. Über die Eindringtiefe ist die Beurtei-  
lung der Standfestigkeit eines Gussasphalts möglich.  
Unter Berücksichtigung dieser Angaben bleibt die  
Zusammensetzung des Mischguts dem Auftragneh-  
mer überlassen. Es ist empfehlenswert, hierbei die  
Angaben zur Zusammensetzung aus Tabelle 1 bereits  
bei der Eignungsprüfung zu berücksichtigen.  
Die Wahl des Größtkorns im Mineralstoffgemisch  
richtet sich in erster Linie nach der vorgesehenen  
Einbaudicke.  
Tabelle 1: Anforderungen an Gussasphalt  
MA 16  
S
MA 11  
S
MA 8  
S
MA 5  
S
Bezeichnung  
Baustoffe  
Einheit  
Gesteinskörnungen (Lieferkörnung)  
Anteil gebrochener Kornoberflächen  
Widerstand gegen Zertrümmerung  
C90/1  
C90/1  
C90/1  
C90/1  
SZ18 /LA20  
SZ18 /LA20  
SZ18 /LA20  
SZ18 /LA20  
PSVangegeben  
PSVangegeben  
PSVangegeben  
PSVangegeben  
Widerstand gegen Polieren *)  
(48)  
(48)  
(48)  
(48)  
Mindestanteil feiner Gesteinskörnung  
mit ECS 35  
%
35  
35  
35  
35  
Bindemittel, Art und Sorte **)  
20/30;  
30/45;  
20/30;  
30/45;  
20/30;  
30/45;  
20/30;  
30/45;  
10/40-65  
25/55-55  
10/40-65  
25/55-55  
10/40-65  
25/55-55  
10/40-65  
25/55-55  
Zusammensetzung Asphaltmischgut  
Gesteinskörnungsgemisch  
Siebdurchgang bei  
22 mm  
M.-%  
M.-%  
M.-%  
M.-%  
M.-%  
M.-%  
M.-%  
100  
90 bis 100  
70 bis 85  
16 mm  
11 mm  
8 mm  
100  
90 bis 100  
70 bis 85  
100  
90 bis 100  
75 bis 90  
50 bis 60  
22 bis 30  
100  
5 mm  
90 bis 100  
55 bis 65  
24 bis 32  
2 mm  
45 bis 55  
18 bis 26  
45 bis 55  
20 bis 28  
0,063 mm  
Mindest-Bindemittelgehalt  
Asphaltmischgut  
Bmin 6,4  
Bmin 6,8  
Bmin 7,0  
Bmin 7,0  
minimale statische Eindringtiefe am Würfel  
maximale statische Eindringtiefe am Würfel  
Zunahme Eindringtiefe Würfel  
Imin 1,0  
Imax 3,0  
Inc 0,4  
ist  
Imin 1,0  
Imax 3,0  
Inc 0,4  
ist  
Imin 1,0  
Imax 3,0  
Inc 0,4  
ist  
Imin 1,0  
Imax 3,0  
Inc 0,4  
ist  
dynamische Stempeleindringtiefe  
mm  
anzugeben anzugeben anzugeben anzugeben  
4
Straßen, Wege, Plätze  
43  
Fortsetzung: Anforderungen an Gussasphalt  
MA 11  
N
MA 8  
N
MA 5  
N
Bezeichnung  
Einheit  
Baustoffe  
Gesteinskörnungen (Lieferkörnung)  
Anteil gebrochener Kornoberflächen  
Widerstand gegen Zertrümmerung  
C90/1  
C90/1  
C90/1  
SZ22 /LA25  
SZ22 /LA25  
SZ22 /LA25  
PSVangegeben  
PSVangegeben  
PSVangegeben  
Widerstand gegen Polieren *)  
(42)  
(42)  
(42)  
Mindestanteil feiner Gesteinskörnung mit ECS 35  
%
30/45;  
30/45;  
30/45;  
Bindemittel, Art und Sorte  
25/55-55  
25/55-55  
25/55-55  
Zusammensetzung Mischgut  
Gesteinskörnungsgemisch  
Siebdurchgang bei  
16 mm  
M.-%  
M.-%  
M.-%  
M.-%  
M.-%  
M.-%  
100  
11 mm  
90 bis 100  
70 bis 85  
100  
8 mm  
90 bis 100  
75 bis 90  
50 bis 60  
22 bis 30  
100  
5 mm  
90 bis 100  
55 bis 65  
24 bis 32  
2 mm  
45 bis 55  
20 bis 28  
0,063 mm  
Mindest-Bindemittelgehalt  
Bmin 6,8  
Bmin 7,0  
Bmin 7,5  
Asphaltmischgut  
minimale statische Eindringtiefe Würfel  
maximale statische Eindringtiefe Würfel  
Zunahme Eindringtiefe Würfel  
dynamische Stempeleindringtiefe  
Imin 1,0  
Imax 4,0  
Inc 0,6  
Imin 1,0  
Imax 4,0  
Inc 0,6  
Imin 1,0  
Imax 4,0  
Inc 0,6  
mm  
Erläuterungen:  
*)  
gilt nicht für Asphaltschutzschichten  
**) Diesen Bindemitteln können viskositätsverändernde Zusätze zugegeben werden oder es können viskositätsveränderte Bindemittel vewr endet  
werden.  
DieHerstellungvonGussasphalterfolgtinstationären  
Mischwerken. Die Ausgangsstoffe, die Zusammenset-  
zung und die Herstellung des Mischguts sind güte-  
überwacht. Die einbaufertigen Gemische werden in  
heißem Zustand in beheizten Rührwerkskesseln zur  
Baustelle transportiert.  
eingebaut werden, wo eine V erdichtung nicht mög-  
lich ist.  
Gussasphaltdeckschichten  
„
können in ihrer Oberflächentextur unterschied-  
lichen Anforderungen (Lärmminderung, Rutsch-  
hemmung, Optik) angepasst werden  
Die Oberfläche von Gussasphaltdeckschichten wird im  
Regelfall mit Grobe Gesteinskörnung abgestreut.  
„
die mit Grobe Gesteinskörnung abgestreut sind,  
weisen bereits bei Verkehrsfreigabe eine hohe  
Griffigkeit auf, die nachgewiesenermaßen über  
einen sehr langen Zeitraum erhalten bleibt  
3 Eigenschaften von Gussasphaltdeck-  
schichten  
„
„
können auch in großen Flächen fugenlos herge-  
stellt werden  
sind unempfindlich gegen Witterungseinflüsse,  
tausalz- und alterungsbeständig  
Gussasphalt erfordert im Gegensatz zu Walzasphalt  
keine Verdichtung. Er kann daher auch in Bereichen  
5
Informationen über Gussasphalt  
„
„
„
sind beständig gegen Huminsäuren und eine  
RAS-Ew2)  
Vermoosung, wie z.B. bei Betonflächen, kann  
nicht auftreten  
Richtlinien für die Anlage von Straßen, Teil: Entwäs-  
serung  
sind ökonomisch, weil Instandsetzungsarbeiten  
erst nach langer Nutzungszeit erforderlich wer-  
den  
verlag.de  
sind umweltfreundlich, weil Gussasphalt zu  
100% wiederverwertet werden kann.  
5 Planungsgrundsätze für den Aufbau  
des Oberbaus  
4 Regelwerke  
Der Oberbau umfasst bei Verkehrsflächen alle Schich-  
ten oberhalb des Planums. Dicken und Zusammen-  
setzungen der Schichten sind im Wesentlichen von  
der Funktion der Verkehrsflächen, der Verkehrsbe-  
lastung, den Bodenverhältnissen und der Bauweise  
abhängig.  
VOB  
Verdingungsordnung für Bauleistungen  
ATV-DIN 183171)  
Verkehrswegebauarbeiten; Oberbauschichten aus  
Asphalt  
Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen des  
Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Stadtent-  
wicklung (BMVBS) zur VOB:  
Die Dickenfestlegungen erfolgen in Anlehnung an  
die RDO auf Basis einer Berechnung oder gemäß RStO  
aufgrund der genannten Einflussgrößen empirisch.  
Die Zusammensetzungen der Baustoffgemische für  
die Schichten werden gemäß TL Asphalt-StB, unter  
Berücksichtigung der ZTV Asphalt-StB, ausgewählt.  
ZTV Asphalt-StB2)  
Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und  
Richtlinien für den Bau von Verkehrsflächenbefesti-  
gungen aus Asphalt  
Hierbei ist zusätzlich nach normaler und besonderer  
Beanspruchung zu unterscheiden.  
TL Asphalt-StB2)  
Technische Lieferbedingungen für Asphaltmischgut  
für den Bau von Verkehrsflächenbefestigungen  
Besonderen Beanspruchungen durch Schwerverkehr  
können Verkehrsflächen unterliegen, z.B.:  
ZTV A-StB2)  
„
bei spurfahrendem Verkehr und enger Kurven-  
fahrt  
Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und  
Richtlinien für Aufgrabungen in Verkehrsflächen  
„
„
bei langsam fahrendem Verkehr  
ZTV BEA-StB2)  
bei häufigen Brems- und Beschleunigungsvor-  
gängen  
Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und  
Richtlinien für die bauliche Unterhaltung von Ver-  
kehrsflächen-Asphaltbauweisen  
„
„
in Kreuzungs- und Einmündungsbereichen  
bei stehendem oder „Stop-and-go-Verkehr“.  
ZTV Fug-StB2)  
Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und  
Richtlinien für Fugenfüllungen in Verkehrsflächen  
Diese Beanspruchungen werden verstärkt durch kli-  
matische Einflüsse, wie  
Richtlinien, Merkblätter, Empfehlungen  
„
besonders hohe Temperaturen über längere  
Zeiträume  
RStO2)  
Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von  
Verkehrsflächen  
„
intensive Sonneneinstrahlung, z. B. auf Süd-  
hanglagen.  
RDO2  
Bei ruhendem Verkehr müssen neben Häufigkeit  
und Schwere auch die Dauer der Belastung und die  
Temperaturabstrahlung der Fahrzeuge berücksichtigt  
werden. Bei ruhendem Schwerverkehr sind beson-  
Richtlinien für die rechnerische Dimensionierung des  
Oberbaus  
6
Straßen, Wege, Plätze  
43  
ders verformungsbeständige Baustoffgemische ein-  
zusetzen.  
Lärmemissionen, die durch den Kontakt zwischen  
Fahrzeugreifen und Fahrbahn beim Befahren der  
Straße entstehen, können auch durch bauliche Maß-  
nahmen beeinflusst werden. Es ist allerdings zu  
beachten, dass solche Maßnahmen erst ab Fahrge-  
schwindigkeiten von 80 km/h bei PKW und 50 km/h  
bei LKW eine Lärmreduzierung bewirken können.  
Bei geringeren Fahrgeschwindigkeiten dominieren  
die Motorengeräusche, die durch die Fahrbahntextur  
nicht beeinflusst werden können.  
Obwohl die genannten Regelwerke grundsätzlich für  
alle Verkehrsflächen angewendet werden können,  
gibt es Anwendungsgebiete, Bauweisen oder Beson-  
derheiten, die zusätzliche Überlegungen erforderlich  
machen.  
6 Anwendung  
Durch die Verwendung von feinkörnigem, eng ge-  
stuftem Abstreumaterial kann eine deutliche Redu-  
zierung der Lärmentwicklung (Kontaktgeräusche  
Reifen-Fahrbahn) bereits bei Verkehrsfreigabe erzielt  
werden.  
6.1 Allgemeines  
Die Eignung von Gussasphalt für Deckschichten auf  
Straßen im Zuständigkeitsbereich des Bundesministe-  
riumsfürVerkehr,BauundStadtentwicklung(BMVBS)  
wird nach ZTV Asphalt-StB in Abhängigkeit von den  
zu erwartenden Beanspruchungen anhand der Ein-  
dringtiefe beurteilt. Auch bei Verkehrsflächen, die  
nicht in den Zuständigkeitsbereich des BMVBS fallen,  
werden im Regelfall die Spannen der ZTV Asphalt-  
StB für die Eindringtiefe zugrunde gelegt. Besondere  
Anforderungen, z.B. für lärmtechnisch optimierte  
Gussasphaltdeckschichten, sind durch Hinweise oder  
Merkblätter geregelt.  
6.3 Gussasphaltdeckschichten auf sonstigen  
Verkehrsflächen  
Bei Baumaßnahmen von Städten, Gemeinden und  
bei privaten Bauherren sollte die ATV- DIN 18317 Ver-  
tragsbestandteil sein. Die Eignung des Gussasphalts  
ist nachzuweisen.  
Die Zusammensetzung des Asphaltes bleibt dem Auf-  
tragnehmer überlassen. Er hat dabei die Angaben des  
Planers zu Verwendungszweck, Verkehrsmengen und  
-arten, (klein-)klimatischen Einflüssen und örtlichen  
Verhältnissen zu berücksichtigen.  
6.2 Gussasphaltdeckschichten auf Bundesfern-  
straßen  
Vor allem auf Autobahnen und Bundesstraßen wer-  
den Gussasphaltdeckschichten nach ZTV Asphalt ein-  
gebaut. Die ZTV Asphalt-StB sind vom BMVBS für  
diese Verkehrsflächen verbindlich eingeführt und  
anzuwenden und damit Vertragsbestandteil. Die An-  
forderungen an Gussasphaltdeckschichten auf diesen  
Straßen sind in den ZTV Asphalt-StB, Abschnitt 3.9  
beschrieben.  
6.3.1 Gussasphalt MA16  
Gussasphaltmischgut mit einem Größtkorn von 16  
mm eignet sich besonders für Flächen, die Einbau-  
dicken von mehr als 4 cm in einer Lage erfordern.  
Auch bei Gussasphalt MA 16 sollte die maximale Ein-  
baudicke je Lage das 4-fache des Größtkornes nicht  
überschreiten.  
Gussasphalt MA 16 bietet alle Vorteile, die andere  
Gussasphalte auch aufweisen. Er kann ebenfalls als  
Deckschicht mit Abstreuung aus grober Gesteinskör-  
nung direkt befahren oder für einen Zwischenaus-  
bau mit späterer Überbauung durch andere Deck-  
schichten eingesetzt werden. Vorteile bietet er auch  
als Alternative zu Asphaltbinderschichten, wo eine  
ausreichende Verdichtung dieser Schichten nicht zu  
erzielen ist, und als Zwischenschicht bei Belägen auf  
Trog- und Tunnelsohlen (siehe Heft „Beläge auf Brük-  
ken, Trögen- und Tunnelsohlen“). Durch die entspre-  
chende Wahl des Bindemittels ist dieser Gussasphalt  
vielseitig einsetzbar.  
6.2.1 Lärmtechnisch optimierte Gussasphaltdeck-  
schichten  
Lärmtechnisch optimierte Gussasphaltdeckschichten  
kommen hauptsächlich auf schnell befahrenen Stra-  
ßen zur Anwendung. Hierbei sind die „Hinweise für  
die Herstellung von Gussasphaltdeckschichten mit  
lärmtechnisch verbesserten Eigenschaften“ zu be-  
achten. Diese Hinweise resultieren aus langjährigen,  
anhand von Erprobungsstrecken auf Autobahnen,  
gesammelten Erfahrungen und sind als Standardbau-  
weise in den ZTV Asphalt, Abschnitt 3.9.5, Verfahren  
B, beschrieben.  
7
Informationen über Gussasphalt  
Als Belag für Bussonderspuren wird Gussasphalt  
ebenso eingesetzt. In Bereichen, in denen mit län-  
geren Standzeiten von Bussen und damit mit großer  
Wärmestrahlung der meist tiefliegenden Motoren  
gerechnet werden muss, sind besondere Maßnahmen  
erforderlich.  
6.4 Instandsetzung von Verkehrsflächen  
Vor der Durchführung von Instandsetzungsarbeiten  
muss zunächst die Schadensursache ermittelt wer-  
den.  
Gussasphalt eignet sich für Instandsetzungsarbeiten  
bei Straßenaufbrüchen oder Brandschäden an Fahr-  
bahndecken nach Unfällen. Auch zur Instandsetzung  
von Kreuzungsbereichen mit hohen Schubbeanspru-  
chungen durch Bremsen und Anfahren, bei Kornaus-  
brüchen in der Deckschicht durch Frosteinwirkung  
und zur Auffüllung von Spurrinnen wird Gussasphalt  
mit Erfolg eingesetzt.  
In Kleinflächen oder Bereichen, bei denen der maschi-  
nelle Einbau von Walzasphalt schwierig oder unmög-  
lich ist, hat sich Gussasphalt als praktikable und sehr  
hochwertige Bauweise erwiesen.  
Der Anschluss der neuen an die bestehende Deck-  
schicht wird als Fuge ausgebildet.  
6.6 Entwässerungsrinnen aus Gussasphalt  
Entwässerungsrinnen aus Gussasphalt werden ent-  
lang oder zwischen Verkehrsflächen angelegt. Sie  
nehmen das seitlich auf sie zuströmende Wasser auf  
und leiten es zu Straßenabläufen weiter. In den RAS-  
Ew, den „Richtlinien für die Anlage von Straßen – Teil:  
Entwässerung“, wird ein Mindestgefälle der Längs-  
neigung von 0,5% gefordert. Das Mindestgefälle  
sollte bereits in der Unterlage ausgebildet werden.  
Sollte aufgrund der örtlichen Situation dieses Min-  
destgefälle bei einer kontinuierlichen Längsneigung  
unterschritten werden, so kann das Ablaufen des  
Wassers in der Rinne durch einen Wechsel der Längs-  
neigung zwischen zwei Abläufen verbessert werden  
(Pendelrinne). Unter Berücksichtigung der zur Verfü-  
gung stehenden Einbaudicke kann die Notwendig-  
keit entstehen, die Abstände zwischen zwei Abläufen  
zu verringern.  
Die Oberfläche wird mit grober Gesteinskörnung auf-  
gerautodermitfeinerGesteinskörnungabgestumpft.  
Nicht gebundenes Abstreu- oder Aufraumaterial wird  
in der Regel nach Erkalten der Gussasphaltfläche  
abgekehrt. Die Fläche kann dann für den Verkehr  
freigegeben werden.  
Zusätzliche Straßenabläufe und Rohrleitungen sind  
bei der Planung zu berücksichtigen.  
6.5 Gussasphalt auf Flächen des öffentlichen  
Personennahverkehrs  
Übliche Rinnenbreiten liegen zwischen 20 und 50  
cm; die Gussasphaltrinnen werden nur mit feiner  
Gesteinskörnung abgerieben.  
Gussasphalt ist sowohl für den Einbau zwischen Schie-  
nen als auch auf Hochbahnsteigen einschließlich der  
Rampen ein idealer Belag. Aufgrund der verschiede-  
nen Gestaltungsmöglichkeiten der Oberflächen ist  
es möglich, z.B. Gleisbereiche von anders genutzten  
Verkehrsflächen optisch abzuheben.  
8
Straßen, Wege, Plätze  
43  
nehmer, indem gebündelte Verkehrswege optisch  
getrennt werden. Ein typisches Beispiel sind hierzu  
Fahrradwege, die die Fläche einer Straße mitbenut-  
zen.  
Um die Eignung der Gestaltungsverfahren zu über-  
prüfen, ist es ratsam, eine Fachfirma frühzeitig in die  
Planung einzubinden, um gegebenenfalls Musterflä-  
chen anlegen zu lassen. Nicht jede der nachfolgend  
beschriebenen Maßnahmen ist gleichermaßen für  
alle Anwendungsbereiche geeignet.  
Die Herstellung von Mustern oder das Anlegen von  
Musterflächen ist eine besondere Leistung und muss  
gesondert vereinbart und vergütet werden.  
Pendelrinne  
7 Gestaltung von Gussasphalt-  
oberflächen  
Mit Gussasphalt lassen sich Oberflächen vielfältig  
gestalten. Im Folgenden werden Gestaltungsmög-  
lichkeiten für innerörtliche Flächen behandelt.  
7.1 Aufrauen und Abstumpfen  
In der Regel sind befahrene Gussasphaltdeckschich-  
ten beim Einbau an der Oberfläche mit grober Ge-  
steinskörnung aufzurauen. Hierdurch werden eine  
ausreichende Griffigkeit und ein Verdrängungsraum  
erzielt, sowie Reifenprofilabdrücke vermieden. Auf  
allen anderen Flächen kann auch mit feiner Gesteins-  
körnung abgestumpft werden. Die Oberfläche muss  
danach gleichmäßig beschaffen sein und eine dem  
Verwendungszweck angemessene Rauheit aufwei-  
sen.  
7.2.1 Abstreuung  
Die unterschiedlichen Farben des natürlichen Ab-  
streumaterials können gestalterisches Element in der  
Fläche sein. Um die Haftung des Abstreumaterials auf  
der Gussasphaltoberfläche zu verbessern, kann es mit  
einem transparenten Bindemittel umhüllt werden.  
Zum Aufrauen wird leicht mit Bindemittel umhüllte  
grobe Gesteinskörnung auf die heiße Oberfläche  
gleichmäßig aufgebracht und in der Regel mit Walzen  
angedrückt.  
Zum Abstumpfen wird auf die heiße Oberfläche der  
Gussasphaltdeckschicht staubarme, trockene feine  
Gesteinskörnung aufgestreut und eingerieben.  
7.2 Farbliche Gestaltung  
Insbesondere im kommunalen Straßenbau spielt die  
farbliche Gestaltung von Verkehrswegen eine wichti-  
ge Rolle. Dies kann einerseits rein architektonischen  
Charakter haben, dient aber in vielen Fällen zur  
Erhöhung der Verkehrssicherheit aller Verkehrsteil-  
Neben natürlichen gibt es auch künstliche Gesteins-  
körnungen, die durch einen industriellen Prozess  
unterschiedliche Farbtöne aufweisen können.  
9
Informationen über Gussasphalt  
Wie bei allen natürlichen Baustoffen, die handwerk-  
7.3 Profilierung der Oberfläche  
lich verarbeitet werden, sind Farbabweichungen und  
Texturunterschiede bauartbedingt.  
Häufig wird auf Rampen zu Parkdecks und Tiefgara-  
gen eine Profilierung der Gussasphaltoberfläche ge-  
wünscht. Durch den Einsatz von Riffelwalzen anstelle  
von Glattmantelwalzen zum Andrücken des Abstreu-  
materials entsteht eine waffelartige Oberfläche.  
7.2.2 Farbiger Gussasphalt  
Zur Herstellung von farbigem Gussasphalt werden  
dem Mischgut Farbpigmente zugegeben. Bei Ver-  
wendung von Bitumen sind die Möglichkeiten zur  
Einfärbung begrenzt. Eine Weiterentwicklung bietet  
die Verwendung von einfärbbaren Bindemitteln. Mit  
diesen Produkten ist es möglich, Gussasphalte her-  
zustellen, die mit wenig Pigmentzusatz eine gute  
Farbwirkung entfalten.  
Ein weiteres Verfahren zur Profilierung von Gussas-  
phaltoberflächen ist das Einrütteln von Profilmatten  
in die noch warme Oberfläche. Dadurch können un-  
terschiedliche Muster, meist angelehnt an gebräuchli-  
che Pflasterverlege pläne, in den Gussasphalt geprägt  
werden. Die Muster werden in aller Regel durch eine  
zusätzliche farbliche Gestaltung in ihrer optischen  
Wirkung unterstützt.  
Herstellung, Transport und Verarbeitung von farbi-  
gem Gussasphalt führt zu einem höheren Aufwand.  
Auch diese farbigen Asphalte benötigen eine entspre-  
chende Oberflächenbehandlung, z.B. mit farbigem  
Abstreumaterial.  
Dieses Verfahren ist nur für Verkehrsflächen zu emp-  
fehlen, auf denen nur geringer Fahrverkehr zu er-  
warten ist. Bei starker Verkehrsbelastung besteht die  
Möglichkeit, dass eingeprägte Muster, insbesondere  
bei intensiver, direkter Sonneneinstrahlung, durch  
den Fahrverkehr wieder zurückgeformt werden.  
8 Hinweise für die Erstellung  
von Leistungsverzeichnissen  
Gemäß ATV-DIN 18317 muss der Planer Angaben  
zu Verwendungszweck, Verkehrsmengen und -arten,  
klimatischen Einflüssen und örtlichen Verhältnissen  
liefern.  
In der Leistungsbeschreibung sind nach den Erforder-  
nissen des Einzelfalls insbesondere anzugeben:  
-
-
-
Angaben zur Baustelle  
7.2.3 Beschichtung von Gussasphalt  
Angaben zur Ausführung  
Einzelangaben bei Abweichungen von den ATV  
Für Flächen, für die ein eingefärbter Gussasphalt nicht  
in Frage kommt (Kleinflächen, Sonderfarben), bietet  
die Industrie seit Jahren geeignete Beschichtungssy-  
steme, zum Beispiel auf Polyurethanbasis, an.  
DieseHinweiseergänzendieATVDIN18299Allgemei-  
ne Regelungen für Bauarbeiten jeder Art, Abschnitt 0.  
Die Beachtung dieser Hinweise ist Voraussetzung für  
eine ordnungsgemäße Leistungsbeschreibung gemäß  
VOB/A § 9. Die Hinweise werden nicht Vertragsbe-  
standteil.  
Diese müssen auf die Eigenschaften des Gussasphal-  
tes, insbesondere bei freier Bewitterung, angepasst  
sein.  
Mit solchen Beschichtungssystem lassen sich nahezu  
alle Farben realisieren.  
10  
Straßen, Wege, Plätze  
43  
LMuster-Leistrungsverzeichnis  
Hinweis: Werden z.B. an die Ebenheit, Farbgleichheit, Oberflächenstruktur im Rahmen der technischen Möglich-  
keiten besondere Anforderungen gestellt, so sind diese Anforderungen vorab ausdrücklich vertraglich zu verein-  
baren.  
Einheits-  
preis in  
EUR  
Gesamt-  
preis in  
EUR  
Menge  
Einheit  
Pos.  
Leistungsbeschreibung  
1.0  
2.0  
Untergrund von grober Verschmutzung reinigen  
Gussasphaltdeckschicht  
m2  
m2  
.......................................................................................................  
Dicke i.M.: .................................... mm, auf gebundener oder  
bitumengebundener Unterlage einbauen und Oberfläche mit  
feiner Gesteinskörnung abreiben  
2.1  
Alternativ:  
m2  
Wie Pos. 2.0, jedoch Oberfläche mit grober Gesteinskörnung  
.........................................................................................................  
abstreuen, grobe Gesteinskörnung einwalzen  
Gesteinsart nach Wahl des AG: .....................................................  
Einprägen von Mustern  
3.0  
4.0  
m2  
m2  
Typ: ..................................................................................................  
Gussasphaltdeckschicht mit farblosem, pigmentierbarem Binde-  
mittel, Pigmentfarbe:  
............................................................................... (nach Muster)  
Dicke i. M.: .................................... mm, auf gebundener oder  
bitumengebundener Unterlage einbauen und Oberfläche mit  
feiner Gesteinskörnung abreiben  
5.0  
Beschichtung auf  
m2  
.......................................................……………….-Basis für Pos. 2.0  
Farbe: ..............................................................................................  
Material: .........................................................................................  
Rinne aus Gussasphalt,  
6.0  
m
Breite ................... cm in erforderlichem Gefälle herstellen und  
mit feiner Gesteinskörnung abreiben.  
7.0  
8.0  
9.0  
Fugen an Einbauten und Durchdringungen  
Aussparen und mit Vergussmassen füllen  
Nicht gebundenes Abstreumaterial abfegen, Material geht in  
Eigentum des AN über  
m
m2  
Bedarfsposition: Herstellen einer Musterfläche  
Pau-  
schal  
Abmessungen: ……...... X ………. m  
11  
Straßen, Wege, Plätze  
43  
BeratungsstellefürGussasphaltanwendunge.V  
Dottendorfer Straße 86, 53129 Bonn  
Telefon 0228/239899, Fax 0228/239399  
Überreicht durch:  
Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.  
Bundesfachabteilung Gussasphalt  
Kurfürstenstraße 129 · 10785 Berlin  
Tel.: 030-212 86-263 · Fax: 030-212 86-297  
Beratungsstelle für Gussasphaltanwendung e.V.  
Dottendorfer Straße 86 · 53129 Bonn  
Tel.: 02 28-23 98 99 · Fax: 02 28-23 93 99  
DIE DEUTSCHE  
BAUINDUSTRIE